Learn 4 Life - Bildung für alle

Qualität und Bildung

Seit 2000, dem Geburtsjahr der Millennium-Entwicklungsziele, sind weltweit massive Bemühungen angestrebt worden um Millionen von Kindern den Zugang zur Bildung, einem wichtigen Kinderrecht, zu ermöglichen.

Es genügt jedoch nicht, nur Säle mit motivierten Schülern zu füllen – ein quantifizierbares Ziel zu verfolgen gibt lange noch keine Garantie, dass Kinder auch etwas Vernünftiges in der Klasse lernen. Die Quantität stellt die Qualität in den Schatten: viel zu viele Kinder schließen die Schule ab, ohne die notwendigen und nützlichen Kompetenzen erworben zu haben, um in der Gesellschaft zu überleben oder Zugang zum Arbeitsmarkt zu finden. Eine Bildung von hochwertiger Qualität ist absolut notwendig um die Bildung für Alle Ziele zu erreichen, denn "die Verbesserung der Qualität im Bildungsbereich schafft die Grundvoraussetzung damit alle (Kinder und Erwachsene) anerkannte und messbare Lernergebnisse erzielen können, besonders wenn es ums lesen, schreibe, rechnen und die nötigen Kompetenzen für das Alltagsleben geht."

Das ultimative Ziel einer hochwertigen Bildung ist “die kreative und emotionale Entwicklung der Lernenden zu begünstigen und ihnen zu helfen, die Werte und Verhaltensweisen zu erwerben, die es ihnen ermöglichen verantwortungsbewusste Bürger zu werden“, wie es der Weltbildungsbericht von 2005 unterstreicht. Ohne qualitative wertvolle Bildung sind Kinder, also die Erwachsenen von morgen, nicht fähig, ihr volles Potenzial zu entfalten. Obwohl man sich einig ist, dass Qualität eine wichtige Rolle im Bildungsbereich spielt, gibt es jedoch keine universelle einheitliche Definition dieses Begriffes. Trotzdem wurde im 2005 Weltbildungsbericht der UNESCO, auf Englisch Education for All Global Monitoring Report, versucht dieses komplexe Konzept der Qualität, besser verständlich darzustellen. Bildungsqualität ist von 2 Prinzipen gekennzeichnet: der kognitiven Entwicklung und der Rolle der Bildung als Vermittler von Werten und Verhaltensweisens eines verantwortungsbewussten Bürgers, um somit die emotionale und kreative Entwicklung des Menschen zu fördern. Während ersteres leicht zu überprüfen ist, anhand von Klausuren oder Test, ist letzteres schwieriger festzunageln, da es subjektiver ist. So stellt der bereits genannte Bericht einen vereinfachten Konzeptrahmen vor um das Verständnis und die Analyse von Bildungsqualität zu erleichtern. 5 Faktoren wurden identifizierte die einen Einfluss auf die Qualität im Bildungssystem haben:

- Eigenschaften der Schüler (Schulfähigkeit und -bereitschaft)
- Lernen und Lehren (Bewertung, Klassengröße, Lernmethoden)
- Mittel (Material, Infrastrukturen, Personalressourcen, Führung und Finanzierungsmöglichkeiten)
- Resultate (akademische Resultate, Kompetenzen und Fähigkeiten)
- Kontext (Politik, Arbeitsmarkt, Kultur, gesellschaftliche Werte und Einstellungen, Studienpläne, nationale Bildungsstandards)

Der Lern- und Lehrprozess bleibt wahrscheinlich das wichtigste Element für eine Bildung von hochwertiger Qualität. Die Rolle der Lehrer ist ausschlaggebend - eine Klasse mit einer Ausrüstung auf dem neuesten Stand der Technologie, modernen Schulbüchern und Lehrmaterial wäre nutzlos ohne einen qualifizierten und motivierten Lehrer der den Lernplan zum Leben erweckt und ihn verständlich aber auch relevant an die Schüler übermittelt. Deshalb ist es wichtig, in Lehrer zu investieren, nicht nur indem man ihnen adäquate Löhne zusichert, sondern auch indem man ihnen Weiterbildungsmaßnahmen während ihrer ganzen Karriere ermöglicht. Nur so können sie die Lernprogramme beherrschen und die geeigneten pädagogischen Fähigkeiten erlangen - indem sie neue Pädagogikmethoden anwenden, welche auf das Kind ausgereicht sind, und den Schüler erlauben Fähigkeiten wie kritisches Denken und Problemlösung sich selbst anzueignen.

Inklusive Bildung (Baltische Länder und Länder des Kaukasus)
SOS Kinderdorf baut und unterstützt nicht nur Schulen da wo die öffentlichen schulischen Infrastrukturen fehlen oder unzureichend sind. Unsere internationale Organisation arbeitet auch mit den lokalen Gemeinschaften und den Regierungen an den Lernprogrammen zusammen, um den Kindern den Zugang zu einer Bildung von hochwertiger Qualität zu ermöglichen und die Kapazitäten der Schulen und Kindergärten zu verstärken. Während SOS Kinderdorf nur geringfügig Einfluss auf die Bildungsreformen und das Bildungssystem nehmen kann, setzt sich dich Organisation doch auf lokaler Ebene dafür ein die Schulerfahrung die Projektbegünstigten zu verbessern und positiver zu gestalten.

So konzentrieren die Baltischen Länder (Lettland, Estland und Litauen) und die Länder des Kaukasus (Armenien, Aserbaidschan et Georgien) ihre Bemühungen auf eine adäquate professionelle Weiterbildungsmöglichkeiten für das Schulpersonal, um es den Lehrern zu ermöglichen, sich eine kindzentrierte Pädagogik anzueignen. Außerdem bekommen Kinder mit spezifischen Bedürfnissen, mit körperlichen Behinderungen, mit Lernschwierigkeiten oder mit Verhaltensproblemen individuell abgestimmte Lernprogramme und eine umfassende Betreuung von einer Vielzahl von Spezialisten (Logopäden, Psychologen, Psychomotoriker…). Nur so kann inklusive Bildung jedem zugänglich gemacht und nachhaltig gewährleistet werden.