Learn 4 Life - Bildung für alle

Frühkindliche Förderung

Das erste der sechs Bildung für Alle Ziele legt fest, dass man bis 2015 "die frühkindliche Förderung und Erziehung, insbesondere der am meist gefährdeten und benachteiligten Kleinkinder, in all ihren Aspekten ausgebaut und verbessert werden soll".

Laut dem UNESCO Weltbildungsbericht von 2007 liegt der frühkindlichen Förderung und Erziehung ein holistischer Ansatz zugrunde. Die frühkindliche Bildung "fördert das Überleben, das Wachstum und die Entwicklung der Kinder – und muss deshalb auch die Bereiche der Gesundheit, der Ernährung und der Hygiene, und der kognitiven, sozialen, physischen und emotionalen Entwicklung berücksichtigen – und dies von Geburt an bis zur Einschulung in die Grundschule im formellen, informellen und nicht formellen Bildungsbereich".

Frühkindliche Förderung und Erzielung spielen eine bedeutende Rolle um die Kinderrechte in Bezug auf Überleben und Entwicklung, welche in der UN Kinderrechtskonvention verankert sind und von fast allen Ländern der Welt ratifiziert worden sind, zu gewährleisten. Frühkindliche Förderung und Erziehung haben viele Vorteile:
  • das körperliche Wohlbefinden wird gesteigert, die kognitiven und sprachlichen Kompetenzen und die sozialen und emotionalen Entwicklung der Kleinkinder (jede Facette der Entwicklung und des Wohlergehens des Kindes wird berücksichtigt : Ernährung, Gesundheit und Bildung) werden ausgebaut
  • soziale Ungleichheiten werden verringert und sozioökonomische Unterschiede ausgeglichen
  • es wird in das Humankapital investiert, was wirtschaftliche Vorteile mit sich bringt und dazu beiträgt die Armut zu verringern und die Kinder besser auf die Grundschule vorzubereiten um ihnen somit eine solide Grundlagen für ein späteres Lernen zu geben.

Hochwertige Programme für Kleinkinder zu entwickeln ist sehr komplex, weil diese die verschiedenen Facetten des Wohlbefindens des Kindes berücksichtigen müssen:
  • die Bildungsangeboten müssen mit anderen Sozialdiensten in den Bereichen Gesundheit und Ernährung verbunden werden
  • die angewandte Pädagogik muss auf die Bedürfnisse und das spezifischen Umfeld von jedem Kind angepasst werden
  • die Kinderschutzmaßnahmen müssen die Bekämpfung von geschlechtsspezifischen Stereotypen ermöglichen aber trotzdem den kulturellen Hintergrund des Kindes respektieren
  • die Sprachenvielfalt muss berücksichtigt werden, die Muttersprache des Kindes anstelle der offiziellen Landessprache sollte bevorzugt benutzt werden
  • schlussendlich, auch wenn die Programme auf das Zusammenspiel zwischen den Kindern und der frühkindlichen Betreuungsteams aufgebaut sind, müssen die Eltern in diesen Prozess integriert werden damit sich aktiv an der Entwicklung ihres Kindes beteiligen können
  • da die frühkindlichen Erziehungsprogramme die Betreuung durch die Eltern nicht ersetzen kann.

Der SOS-Kindergarten von Lilongwe, Malawi
Für SOS Kinderdorf trägt ein stimulierendes Lernumfeld wesentlich zur frühkindlichen Entwicklung eines Kindes bei. Deshalb hat unser internationaler Verein beschlossen, SOS-Kindergärten angrenzend an die Kinderdörfer zu bauen, und dies in Gegenden wo es vorher keine spezifischen frühkindliche erzieherischen Einrichtungen gab. Ziel der SOS frühkindlichen Programme ist es, den Kindern zu ermöglichen, ihre sozialen, kognitiven, mentalen, emotionalen und motorischen Kenntnisse in einer spielerischen Lernumgebung zu entwickeln.
Die angewandten Unterrichtsmethoden, pädagogischen Spiele und Unterrichtsansätze stützen sich auf die Bildungstheorien von Friedrich Fröbel und Maria Montessori und passen sich dem kulturellen und lokalen Hintergrund der Kinder an. Diese Programme wurden so entwickelt, dass sie der Förderung der persönlichen Entwicklung der Kinder, der Entfaltung ihrer Talente und der Vorbereitung auf den Übergang in die Grundschule dienen. Spezielle Programme wurden für Kinder mit besonderen Bedürfnissen entwickelt. Momente der Ruhe und des Nachdenkens sind wichtig und werden deshalb von den Erziehern der SOS-Kindergärten in den intensiven Tagesablauf integriert.
In Lilongwe, Malawi, haben so die Kinder der SOS-Kindergärten während ihrer Freizeit freien Zugang zu einer großen Anzahl von Büchern, was ihnen erlaubt, sich mit dem Lesematerial vertraut zu machen und ihre sprachlichen Kenntnisse zu verbessern. Außerdem haben sie die Möglichkeit, an einer breiten Palette von Aktivitäten teilzunehmen, vom Malen bis zu Bauspielen, über Handwerk oder Puzzeln, was den Charakter und die Autonomie des Kindes stärkt, ihm erlaubt, neue Ideen zu entwickeln und seine Gefühle und Gedanken mitzuteilen. Derartige Aktivitäten ermöglichen es den Kindern, in einem stimulierenden, integrativen, partizipativen, kreativen und natürlich erzieherischem Umfeld zu wachsen und sich zu entwickeln.